Montag, 18.12.2017

Vorführungen aus dem Bildarchiv Karl Weiß

Datum: Sonntag, 02.04.2017
ab 14:00 bis 17:00
Ort: Trunzerhaus in Buchen (Odenwald)
Veranstalter/in: Bezirksmuseum Buchen e.V.



Das Bezirksmuseum Buchen e.V. bietet im Jahr 2017 an jedem 1. Sonntag im Monat in der Zeit von 14:00 bis 17:00 Uhr Vorführungen von Aufnahmen aus dem Bildarchiv des Fotografen Karl Weiß mit rund 10.000 Digitalisaten, eine Einweisung in den Internetzugang des Bildarchivs sowie Führungen im „Atelier Karl Weiß“ an.
Am kommenden Sonntag, den 2. April 2017, ist das Bildarchiv Karl Weiß im Trunzerhaus des Bezirksmuseums wieder für Besucher geöffnet. Die Frage, die diesmal gestellt wird, bezieht sich, passend zum bevorstehenden Osterfest, auf die Kirchenglocken im ehemaligen Amtsbezirk Buchen. Hintergrund für das Foto von Karl Weiß ist die folgende Geschichte:
 
Seit der Christianisierung begleitete der weithin hörbare Klang der Glocken in Stadt und Land die Menschen. In einer Zeit ohne Armbanduhr teilte ihr Geläut den Tag ein, rief zur Andacht, begleitete Hochzeit und Tod und warnte bei Gefahr. Auch bei der Mobilmachung zum Ersten Weltkrieg im Jahr 1914 stimmten die Glocken von den Kirchtürmen noch in den Hurra-Jubel mit ein. Später verkündeten sie die Siege. Doch 1917 verstummten die Glocken. Sie mussten überall – bis auf eine kleine Läute-Glocke – „mit Gott für König und Vaterland“ heruntergeholt und für das Einschmelzen zum Sammelplatz gebracht werden. So wurden insgesamt 65.000 Glocken eingeschmolzen.
 
Sicher ist, das zum Beispiel Glocken von St. Oswald ebenso wie die Glocke der Unterneudorfer Kapelle damals eingeschmolzen wurde. Die Glocke der Heilig-Kreuz-Kapelle in Buchen erlitt das gleiche Schicksal. Eine Aufnahme von Karl Weiß zeigt den Sammelplatz, möglicherweise in der Zehntscheune Buchen. Dort wurden die Glocken zum Abtransport in die Gießerei bereitgestellt. Einige Glocken sind zerbrochen, andere stehen unversehrt auf dem Boden. Im Vordergrund  die kleine Glocke der Heilig-Kreuz-Kapelle, zu erkennen an der Inschrift und der Form, entsprechend der Beschreibung im Glockenatlas: „Kath. Heilig Kreuzkapelle: Glocke aus dem 15. Jhdt. mit gotischer Minuskelschrift zwischen zwei Stegen: "+ lucas * marcus * iohannes * matheus +". 1917 abgeliefert.“
    
Das Foto ist das letzte Bild dieser Glocken. Es ist sicher sehr schwierig, aber vielleicht nicht unmöglich, noch weitere Glocken zu identifizieren. Mit Hilfe der Technik im 1. OG. des Trunzerhaus gibt es dafür zumindest die Voraussetzung dafür.


 

Bezirksmuseum Buchen e.V.
 
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