

In den Jahren von 1961 bis zu seinem Tod 1978 lebte der promovierte Musikpädagoge und Komponist Dr. Johannes Vleugels (geb. 1899, Aachen) in Buchen. Bereits zuvor, aber vor allem während dieser Buchener Jahre, widmete er sich intensiv dem Aufbau einer Musiksammlung, die sich noch heute im Familienbesitz befindet. Sie ist für Interessenten zugänglich und wird im Bezirksmuseum Buchen der Öffentlichkeit präsentiert. Die Musiksammlung Vleugels im 1. Obergeschoss des Trunzerhauses bietet mit ihren Notenbeispielen und Musikinstrumenten eine Einführung in die Musikgeschichte.
Diese Sammlung umfasst im wesentlichen Tasten- und Blasinstrumente aus drei Jahrhunderten, sowie eine umfassende Notensammlung früher Pergamenthandschriften bis hin zu seltenen Früh- und Erstdrucken und aller Kompositionen von Dr. Hans Vleugels.
Sein Sohn, Hans Theodor Vleugels (geb. 1931, Aachen) erweiterte die Sammlung. Er widmete sich der Erforschung der zahlreichen Notenhandschriften, um sie für Aufführungszwecke vorzubereiten. Nach den Gedenkveranstalungen zum 100. Geburtstag von Dr. Hans Vleugels am 19. und 20. März 1999 übergab er die Musiksammlung in die Obhut seines Sohnes Hans-Georg Vleugels (geb. 1958, Bad Cannstatt).
Zu den ausgestellten Exponaten zählen zwei Orgelpositive, ein Hammerklavier um 1800 und mehrere Harmonien. Weiter eine Anzahl historischer Blasinstrumente, darunter eine spielbare Oboe da caccia, sowie Stimmwerkzeuge für verschiedene Instrumentengruppen.
Der Schwerpunkt der Musiksammlung Vleugels bildet jedoch das Notenarchiv. Es wurde von Hans Theodor Vleugels begründet und bietet einen Einblick in die Notenschrift von den Anfängen der unlinierten Neumen bis hin zu unserem heute gebräuchlichen Notensystem.
Mit wechselnden Ausstellungen präsentiert die Sammlung ihre wertvollen Bestände.
Das kompositorische Oevre von Dr. Hans Vleugels umfasst Bühnen- und Orchesterwerke, Kammermusik, Kirchenmusik und ein reiches Liedschaffen.
In den Heimatblättern des Bezirksmuseums Buchen "Der Wartturm" Nr. 2/1999 wurde sein Lebensweg aufgezeigt sowie ein vorläufiges Werkverzeichnis seiner Kompositionen veröffentlicht. Sein Sohn, Hans Theodor Vleugels, widmet sich nach Auffindung weiterer Notenbestände der Erstellung eines Gesamtwerkverzeichnisses.