Freitag, 18.05.2012

Hafner

Öffnungszeiten:

mittwochs von 19:00 bis 20:30 Uhr
sowie
an Sonn- und Feiertagen von 14:00 bis 17:00 Uhr

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Flyer der Keramikausstellung (PDF 2335 KB)

Keramiksammlung

Aus der Erd ... die Hafner des Hinteren Odenwaldes

Keramik

Ausstellungsstücke

„Aus der Erd ...- die Hafner des Hinteren Odenwaldes“ ist die vollständig überarbeite und völlig neu inszenierte Keramiksammlung, die über viele Jahre in der Galerie der Zehntscheune gezeigt wurde.

Die ältesten Ausstellungsstücke sind die Krausen, und diese Hafnerware bestand hauptsächlich aus Trinkbechern, wobei der Rohstoff aus Ton- und Lehmgruben entnommen worden ist. Das Brennmaterial für die Ofenfeuerung lieferten die heimischen Wälder. Später verwendete man eine meist farblose Glasur, die den porösen Ton wasserundurchlässig gemacht hat.

Ausstellungseröffnung

Eröffnung der neu konzipierten Dauerausstellung

Die Hafner mussten sich den veränderten Bedürfnissen anpassen. So haben sie sich bis Mitte des 19. Jahrhunderts kunsthandwerklich betätigt und „Spruchschüsseln“ geschaffen. Diese bemalten Platten holten die Bauernfamilien besonders an Festen und Festlichkeiten hervor. Lange Zeit hätten die Hafners ihr Auskommen bestreiten können, da die Konkurrent Produkt sehr teuer gewesen und deshalb auch nicht für den Alltagsgebrauch verwendet worden seien

Einen Aufschwung hat das Hafnerwesens im Hinteren Odenwald noch einmal durch Eduard Müller erhalten, der 1895 aus dem traditionsreichen Hafnerort Eppertshausen nach Buchen gekommen war und an der Stadtgrenze im Mühltal seinen Betrieb gegründet hat und später an Karl Tschamber verkaufte.

Der letzte Buchener Hafner Wilhelm Fertig, übernahm den Betrieb seines Vaters und führte diesen bis zu seinem Rentenalter 1956. Er beschäftigte sogar zwei Gesellen und brachte es zu einem gewissen Wohlstand.

Das Steinzeug, eine der ältesten Keramikarten, war so deren Ausführungen und ergänzt durch eine entsprechende Bilddokumentation, bis Mitte des 18. Jahrhunderts als Tafelgeschirr in Mittel- und Westeuropa verbreitet und war stoßunempfindlich, hart, Säure abweisend, widerstandsfähig und wasserundurchlässig.

Die Bemühungen zuvor, Porzellan zu imitieren, haben zunächst Fayencen hervorgebracht. Solche „Fayencen“ ist Irdenware mit porösen Scherben, die mit einer Blei-Zinn-Glasur bezogen und dadurch wasserundurchlässig ist. Der langwierige und komplizierte Produktionshergang brachte hohe Herstellungskosten und viele Manufakturen existierten deshalb nur kurze Zeit.

Steingut, die jüngste Keramikart, ist dauerhaft, leicht, dünnwandig und kostengünstig. Gegenstände aus Steingut werden gegossen und zweimal bei hoher Temperatur gebrannt. Nach dem ersten Brand werden sie bemalt oder bedruckt. Danach werden sie glasiert und erneut gebrannt.

Ausstellungseröffnung

Vortrag zur Eröffnung der neu konzipierten Dauerausstellung

Mit der Ausstellung „Aus der Erd...- Die Hafners des Hinteren Odenwaldes“ hat das „Museum auf der Grenze“ erneut einen Aspekt aufgegriffen, der eben dieser überarbeitete und geologischen Grenzsituation geschuldet ist. Das Röt und die daraus stammenden Röttone, die hier in dieser Region abgebaut werden, sind nämlich nicht nur bis zum heutigen Tag Grundlage der Ziegelherstellung, sondern eben lange Zeit auch der zentrale Rohstoff des Töpfer- oder Hafnerhandwerks gewesen.

Die handgeformte Odenwälder Keramik war lange Zeit ein wichtiger und prägender Teil der Wirtschaftsgeschichte des Buchener Raumes.

 
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