Gesteine
und Fossilien auf der Grenze
Die neu konzipierte Ausstellung „Gesteine und Fossilien
auf der Grenze“ zeigt den krassen Gegensatz der Lebensbedingungen
zur Buntsandstein- oder Muschelkalkzeit vor rd. 250 Mio. Jahren.
Die Sande des Buntsandsteins wurden in einer heißen und
trockenen Wüste ab- und umgelagert. Die dabei entstandenen
Schichtungen finden sich heute im Gestein wieder. Tierisches
und pflanzliches Leben war nur in Zusammenhang mit stehenden
oder temporär fließenden Gewässern möglich.
Spärlich sind deshalb die Spuren des Lebens. An den Ufern
wucherten seltsam anmutende Gewächse. Frühe Saurier
und Riesenlurche lauerten auf Beute.
Nun erobert ein flaches tropisches Meer die seitherige Wüste.
Es zieht vielfältiges maritimes Leben ein. Mächtige
Schwimmsaurier stehen am Ende der Nahrungskette. Zurück
bleiben die Schalen und Knochen der Lebewesen, denen wir heute
als mächtige Muschelkalkfelsbänke begegnen. Im Zentrum
der Ausstellung steht der rätselhafte Fährtenfund im
Stadtwald bei Hettigenbeuern, dessen Geheimnis zur Ausstellungseröffnung
gelüftet wird. Er kündet vom Ende der Buntsandsteinzeit
und dem Übergang zum Muschelkalkmeer.
Der Limes als Meisterwerk römischer Ingenieurkunst
Als Schwerpunktmuseum zur Vermittlung römischer Vermessungskunst
wurde der entsprechende Ausstellungsbereich um die Sternenkunde
erweitert. Seit Urzeiten haben sich die Menschen mit Hilfe der
Gestirne auf der Erdoberfläche orientiert. Die Sternenkunde
liefert einen Erklärungsversuch zur Absteckung der geradlinigen
Strecke. Mit Hilfe eines Fixpunktes am Himmel wäre die Positionierung
von Hauptvermessungspunkten möglich gewesen. Auf der geradlinigen
Strecke zwischen Walldürn und Welzheim weicht der Limes
von der Nordrichtung um 14° nach Westen ab. Es wird gezeigt,
dass ein sehr heller und am Nachthimmel deutlich hervortretender
Stern zur damaligen Zeit in dieser Richtung am Himmel stand,
der derzeitige Polarstern, Polaris alpha.
Noch vor der Zeit der Römer war unser Raum von Menschen
besiedelt, zumindest das sog. Altsiedelland, das Bauland. Ist
es Zufall oder Strategie, dass unter den Kulturschichten römischer
Siedlungen Spuren keltischer Vorfahren zu finden sind? Ausgehend
von den römischen Siedlungsspuren weist die Ausstellung
zur Vor- und Frühgeschichte unseres Raumes auf die Ausrichtung
früher menschlicher Betätigung nach den vorherrschenden
Lebensbedingungen hin. Erneut tritt ganz deutlich der Gegensatz
zwischen dem Buntsandstein-Odenwald zum Muschelkalkbauland hervor.
Das Museum wird zu den Themen zusätzlich ein museumspädagogisches
Programm für Kinder anbieten. |